Winterbiken mit Spikesreifen

Winterbiken mit Spikesreifen

Winterbiken mit Spikesreifen – Trend oder Gimmick?

„Es macht irre Spaß und ist eine neue, phantastische Winter-Sportart.“

Mountainbiken mit Spikes im Winter?


Da stellt sich unwillkürlich die Frage: „Ist dies nur ein Gimmick oder ist dies echter Wintersport?“
Diese Frage hatte ich mir am Anfang auch gestellt.

Es gibt eine immer bessere und eine größere Auswahl an Spikesreifen für Fahrräder. Dies ging an mir nicht spurlos vorüber und so kam ich nach langem Überlegen zu dem Entschluss meine beiden MTB´s mit Spikesreifen umzurüsten. Nach einigen informativen „Ausflügen“ am PC in diversen Internetforen fand ich heraus, dass es für die meisten Straßenbedingungen reicht, wenn nur die Vorderreifen mit Spikesreifen ausgestattet sind.
Welcher Reifen ist denn der Richtige? Es gibt mittlerweile eine respektable Anzahl von Herstellern, welche Spikesreifen anbieten. Die Auswahl eines Reifen sollte nach Abwägen der Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausführungen für den gewünschten Einsatzbereich getroffen werden.
Auch durch Testberichte kann man sich ein recht gutes Bild über das jeweilige Produkt machen.

Praxistest

Voller Erwartung begab ich mich nach dem Aufziehen der Spikesreifen auf meine erste Ausfahrt.
Dafür wählte ich mein 26 Zoll MTB ohne E-Antrieb. Die Wetterbedingungen passten, die Wege waren überwiegen von Eis überzogen. Die 240 Spikes auf dem Vorderreifen entwickelten zwar ein etwas lauteres Abrollgeräusch, was mich aber nicht besonders störte.
Als ich durch eine extrem glatte Straße fuhr, rief mir ein Mann zu: „Vorsicht Eis!“. Im ersten Moment wußte ich gar nicht, was er eigentlich von mir wollte. Aber dann begriff ich, dass ich mit meinem Bike mit relativ hoher Geschwindigkeit auf einer Eisplatte fuhr. Und es passierte nichts – ich zog  weiter meine Spur sicher über die Straße. Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Im weiteren Verlauf meiner Ausfahrt genoss ich sogar das Fahren auf den eisigen Abschnitten. Ich registrierte die verwunderten Blicke der nach sicheren Stand suchenden Fußgänger und konnte gar nicht genug davon bekommen.

Am nächsten Tag kam dann das E-Bike zum Einsatz. 29-Zoll-Reifen und 360 Spikes vorne auf der Achse galt es zu beherrschen.
Der E-Motor auf der Hinterachse schob kräftig an, aber der Vorderreifen hielt die Spur. Das macht wahnsinnig viel Spaß! Trotz des Hinterreifens ohne Spikes kam es nur in seltenen Fällen zum Durchdrehen des Rades (den Luftdruck im Reifen hatte ich ein wenig abgesenkt).
An einem Abschnitt an dem es ziemlich steil bergab ging, stieg ich ab weil es mir doch zu sehr vereist war. Als ich dann aber wegrutschte und fast samt dem Rad hinfiel, stieg ich wieder auf das Bike. Ich verlagerte mein Gewicht etwas mehr auf das spikesbereifte Vorderrad und fuhr den Berg ganz easy „rutschfrei“ hinunter.
Absolut unglaublich!

Nach einigen Ausfahrten entwickelte sich immer mehr Gefühl für dieses Fahren mit Spikes auf eisigen Strecken. Und weil dies so ein geiles Gefühl ist, habe ich seitdem schon des öfteren eine Tour mit dem Bike einem Tag auf Skiern vorgezogen.
Besonders intensiv ist die Stimmung, wenn man auf verschneiten Wanderwegen oder über verschneite Waldwege fährt. Absolute Ruhe und Stille, man ist allein mit der Natur – und seinem Bike.

Fazit

Der Verschleiß ist durch die sehr haltbaren Stollen aus Mangan recht gering und so finden sich mehrere tausend Kilometer als Angabe der Laufleistung recht häufig in den Internetforen (natürlich je nach Beanspruchung und Wartung). Es gibt aber auch für einen verhältnismäßig geringen Geldbetrag Ersatzstollen, welche mit einer Zange nachgerüstet werden können, falls sich einmal welche lösen und verloren gehen.
Es gab bei meinen Fahrten eigentlich nur wenige Situationen, in denen ich mir auf der Hinterachse ebenfalls einen Spikesreifen gewünscht hätte. Aber dafür war das Handling des Fahrrads auf einer freien Asphaltstraße mit nur einem Spikesreifen besser.

Abschließend kann ich sagen, dass es irre Spaß macht und dass ich für mich persönlich eine neue, phantastische Winter-Sportart mit Suchtfaktor entdeckt habe. Kleidungstechnisch ist es auch nicht übertrieben anspruchsvoll. Mit Wintersportkleidung ist meist eh jeder mehr oder weniger ausgestattet.
Eine Sturmmütze und Schuhüberzüge aus Neopren (oder 2 Paar Socken) halten auch bei kühlen Temperaturen die sensibelsten Körperteile einigermaßen warm.

Mein Tipp:
Unbedingt ausprobieren!
Und für jemand, der auch im Winter jeden Tag mit dem Bike z. B. zur Arbeit fährt, ist ein Spikesreifen ebenfalls eine gute Investition um unnötige Stürze und Verletzungen zu vermeiden.

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